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Landfrauen trafen Frauen Europas

Informationsfahrt nach Belgien



 

Foto: Europaparlament

Im Rahmen der Europawoche hatte die Europaabgeordnete und Vorsitzende des Landfrauenverbandes, Christa Klaß, Multiplikatorinnen der Kreislandfrauen- verbände aus Rheinland-Nassau nach Brüssel eingeladen. Außer einem Treffen mit Europa- parlamentariern besuchte die Reise-gruppe Landfrauen der deutschsprachigen Gruppe in St. Vith-Süd.

 

Interessante Diskussion mit Abgeordneten des Europäischen Parlamentes
In Brüssel wurde die Gruppe im Europaparlament von der Landesvorsitzenden Christa Klaß emp-fangen. Christa Klaß informierte über ihre Aufgaben im Europaparlament. So ist sie Mitglied im Ausschuss für Umweltfragen, Volksgesundheit und Verbraucherpolitik. Als stellvertretendes Mit-glied wirkt sie im Ausschuss für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung, sowie im Ausschuss für die Rechte der Frau und Chancengleichheit mit. Als Berichterstatterin des Europäischen Par-laments hat sie die Verhandlungen zur Grundwasserrichtlinie im letzten Jahr intensiv begleitet. Ziel war es das Ökosystem Grundwasser dort wo es noch im guten und sehr guten Zustand ist auch in Zukunft sauber zu halten. Bei ansteigenden dauerhaften Verschmutzungstrends müssten dagegen Gegenmaßnahmen eingeleitet werden und zwar nicht erst dann wenn der schlechte Zu-stand bereits erreicht ist. Diese Selbstverständlichkeit musste erst in mühsamen Verhandlungen mit dem Rat durchgesetzt werden, berichtete Christa Klaß. In der engagierten Diskussion war vor allem die Förderpolitik der EU auf dem Agrarsektor und die damit für die Landwirte und Winzer zunehmende Bürokratie, sowie die derzeit in die Diskussion geratene Hubschrauberspritzung von Weinbergen ein Thema.

Die slowenische Abgeordnete, Ludmila Novak, Mitglied im Ausschuss für Kultur und Bildung berichtete über das Leben der Frauen in Slowenien. Die Frauen seien dort gleichberechtigte Part-ner im Arbeitsleben. Das Land sei klein und überschaubar, aber gut aufgestellt und der Lebens-standard relativ hoch. Das Schulsystem in Slowenien könne mit dem deutschen verglichen wer-den. Ihr Ziel sei es, so die Abgeordnete, die Bildungsangebote vor allem im ländlichen Raum zu verbessern um so jungen Menschen europaweit gleiche Chancen zu eröffnen.
Die anschließende Stadtbesichtigung endete auf dem Grote Markt in Brüssel. Die Häuser um den Marktplatz spiegeln die Entwicklung von Brüssel als wohlhabende Handelsstadt seit dem Mittelal-ter wieder. Beim Abendessen in einem gemütlichen Restaurant in der Fressgasse war reichlich Zeit für einen Gedankenaustausch.


Zu Gast bei den deutschsprachigen Landfrauen in Belgien

Am nächsten Tag stand der Besuch der deutschsprachigen Gruppe der Landfrauen bei St. Vith auf dem Programm. In dieser Region wird deutsch als gleichberechtigte Amtssprache neben franzö-sisch gesprochen. Jeder Bewohner hat das Recht alle Unterlagen in deutscher Sprache zu bekom-men. Auch in der Schule ist deutsch selbstverständlich. Französisch kommt als erste Fremdspra-che dazu. Innerhalb der deutschsprachigen Landfrauengruppe hat sich eine Gruppe junger Exis-tenzgründerinnen gebildet. Da im ländlichen Raum vor allem auch im Grenzland nur wenig Ar-beitsmöglichkeiten für Frauen vorhanden sind versuchen sich die Existenzgründerinnen ein eige-nes Standbein zu schaffen. Das erste Ziel der Reisegruppe war "Gaby's Nudelküche" in Amel. Nudeln wurden in dieser Region bisher nur selten verzehrt. Die Existenzgründerin hat die Idee zum Aufbau einer Nudelproduktion von einem längeren Aufenthalt in Baden - Württemberg mit nach Belgien gebracht. Inzwischen hat sie sich durch innovative Produkte, d. h. Nudeln von sal-zig über pikant bis hin zu süß, einen festen Kundenstamm aufgebaut der sich ständig erweitert. Zu Spitzenzeiten beschäftigt sie eine Aushilfskraft.

Weiter ging die Fahrt zu einem Milchviehbetrieb nach Recht. Hier hat sich die Bäuerin mit der Produktion von "Rechter Käse" einen zusätzlichen Betriebszweig aufgebaut. Demnächst soll der in der Nähe liegende Schieferstollen für Touristen zugänglich sein. Hiervon verspricht sich die Landwirtsfamilie einen erhöhten Absatz ihres Produkte.

Belgien ist auch bekannt als ein Land der vielen Biersorten und so war es nicht verwunderlich, dass die Landfrauen aus der Region St. Vith den Abschluss im Biermuseum in Rodt geplant hat-ten. In der urigen Atmosphäre einer Skihütte in der Schneifel wurde Fleisch vom heißen Stein serviert. Aus einer reichhaltigen Bierkarte konnten für deutsche Gaumen ungewöhnliche Biersor-ten probiert werden. Landesvorsitzende Christa Klaß MdEP bedankte sich bei Rose-Marie Wilmes von der deutschsprachigen Gruppe der belgischen Landfrauen für den interessanten Tag.. Sie hof-fe, dass mit dieser Fahrt der Grundstein für weitere Kontakte zwischen Landfrauen von diesseits und jenseits der Grenze gelegt worden sei, so die Vorsitzende.


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