
"Der
Weg ist das Ziel", dieses Zitat von Konfuzius hätte das
Motto der Fernreise der 13-köpfigen Reisegruppe des Landfrauenverbandes
Rheinland-Nassau unter Leitung der Landesvorsitzenden Christa Klaß
nach Peking sein können. Immerhin war eine Entfernung von 8.500
km zu überwinden, die das Flugzeug in rund zehn Stunden schaffte.
Bereits auf der Fahrt über die Stadtautobahn überraschte
die Weltstadt Peking mit imponierenden Hochhäusern, fast schon
"Wolkenkratzern". Das Hotel entpuppte sich dann ebenfalls
als Hochhaus, wenn auch "nur" mit einem 20 und einem 11-stöckigen
Tower. Die steinernen Löwen vor dem Eingang, aber vor allem
die livrierten Türsteher und Pagen beeindruckten die Besucher.
Bereits
der erste Tag bot die Möglichkeit sich von dem geschäftigen
Treiben einer chinesischen Millionenstadt ein Bild zu machen. Auf
eigene Faust wagte sich der eine oder der andere Fahrtteilnehmer
in die Einkaufs- und Flaniermeile Pekings. Die ungewöhnlichen
Töne aus unzähligen Kehlen und der für deutsche Verhältnisse
chaotische Verkehr, war für die westlichen Besucher gewöhnungsbedürftig.
In einer Gasse, auch Gourmetstraße genannt, wurden in Imbissbuden
chinesische Leckereien angeboten: glasierte Früchte, gegrillte
Seepferdchen, Seidenraupen, Heuschrecken und andere ungewohnte Spezialitäten.
Peking
die Hauptstadt und das politische Zentrum der Volksrepublik China
beeindruckte die Besucher. Mit 17 Mio. Einwohner hat es in etwa
die Größe von Nordrhein-Westfalen. Derzeit sind im gesamten
Stadtgebiet die Vorbereitungen für die Olympischen Sommerspiele
2008 zu sehen und zu spüren. Bisher ist nur das Olympiastadion
zusehen. Es muss noch viel getan werden damit die Olympischen Stätten
zur Eröffnung der Spiele fertig werden. Peking ist reich an
historischen Bauwerken die fast alle zum Weltkulturerbe gehören.
Besonders beeindruckt der "Platzes des himmlischen Friedens"
durch seine Größe. Dieser Platz wird als der größte
befestigte Platz der Welt bezeichnet und diente den kommunistischen
Machthabern für imposante Aufmärsche. Hier stehen auch
das Mausoleum für Mao, die "Große Halle des Volkes"
(Sitz der chinesischen Nationalversammlung) und das Tor "zum
himmlischen Frieden". Daran schließen sich die "Verbotene
Stadt" und der "Kaiserpalast" an. Hier lebten und
regierten die Kaiser der Ming-Dynastie. Die gesamte Anlage stellt
ein Machtsymbol des Kaisers dar und ist mit 9.999 Räumen ein
Meisterwerk chinesischer Architektur.
Auch der "Himmelstempel" wurde aufgesucht. Er liegt mitten
in einem großen Park und ist von einer doppelten Mauer umgeben.
Hierdurch entsteht einer innerer und äußerer Tempelbereich.
Die "Halle der Ernteopfer" ist das wichtigste Tempelgebäude
im kreisförmigen Grundriss. In diesem Tempel betete der Kaiser
jedes Jahr um eine gute Ernte. Die runde Form der "Echomauer"
lässt das gesprochene Wort an der Mauer entlang gleiten. Trotz
einiger Versuche gelang es den Fahrtteilnehmern nicht das Wort am
Ende der Mauer zu hören.
Auch
an den "Ming-Gräbern" führte kein Weg vorbei.
Die 13 Gräber der Ming-Dynastie sind eine Begräbnisstätte
der Ming-Kaiser. Bekannt ist vor allem der "Weg der Seelen"
mit seinem monumentalen Steinfiguren.
In
die Gegenwart zurück führte die Fahrtteilnehmer der Besuch
des "Beijing XinFadi Großmarktes".
Der Manager erläuterte sein gewaltiges Reich. Die Größe
übersteigt die Vorstellungskraft westlicher Besucher. Auf 800
ha bieten ca. 4.500 Händler die unterschiedlichsten Lebensmittel
an. Der Jahresumsatz liegt bei rund 2 Milliarden Euro. Fleisch,
Fisch, Gewürze und einige Obst- und Gemüse-
Sorten werden in geschlossenen Hallen verkauft. Unempfindliche Gemüse,
vor allem Chinakohl gibt es direkt vom LKW. Die Händler bleiben
so lange bis die Waren veräußert sind auf dem Gelände.
Sie kampieren zwischen Obst und Gemüse, für europäische
Verhältnisse unvorstellbar. Dabei ist die Verwaltung bemüht
den täglichen Abfallberg ordentlich zu entsorgen. Hierfür
wird deutsche Technik eingesetzt. Bei einer Rundfahrt über
einen Teil des Geländes überraschte die Reisegruppe das
vielfältige Obstangebot. Es gab Süßkirschen, Erdbeeren
und viele unbekannte chinesische Früchte. An Gemüse überwog
Chinakohl, das Essen der einfachen Leute.
Der
absolute Höhepunkt der Reise war der Besuch der chinesischen
Mauer. Mit 6.350 Kilometern gilt sie als das längste Bauwerk
der Welt. Ursprünglich als Grenzbefestigung vor nomadischen
Reitervölkern gedacht wird sie heute täglich von tausenden
Touristen und einheimischen Besuchern gestürmt. Tapfer erstieg
die Reisegruppe bei eisigen Temperaturen von minus 14 Grad das beeindruckende
Bauwerk.
Es gab noch vieles zu sehen: Der Besuch in einem chinesischen Theater,
einer Seidenspinnerei und einer Süßwasserperlenmanufaktur
boten neue Eindrücke. Am letzten Abend in einem chinesischen
Restaurant wurde Peking-Ente serviert. Der Koch zelebrierte am Tisch
das Tranchieren der duftenden Ente. Eine drehbare Glasplatte in
der Mitte des großen runden Tisches bot reichhaltige Beilagen
von Gemüse und Obst bis hin zu verschiedenen Reissorten. In
China ist es üblich die Mahlzeit mit einem Schnäpschen
zu beenden. Dieser Tradition schloss sich die Reisegruppe gerne
an. So wurde es ein fröhlicher Abschiedsabend.
Eine
beeindruckende Woche ging zu Ende. Die Reisegruppe bekam von ihrem
begeisterten chinesischen Reiseleiter verständlicherweise touristischen
Anziehungspunkte gezeigt. Auf den Fahrten ergab sich jedoch mancher
Blick hinter die Fassaden. Dort leben die Menschen zum großem
teil in Elend und Armut. Für diese Menschen wird in China kaum
etwas getan. Die Armen müssen sehen wo sie bleiben und wie
sie ihr Leben fristen. China ist ein faszinierendes Land krasser
Gegensätze. Aber ob wir Europäer dieses Volk und dieses
Land jemals verstehen werden? Im Zeichen der immer weiter fortschreitenden
Globalisierung sollten wir uns auf jeden Fall mit dem Land und seinen
Menschen auseinandersetzen.
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