
140.000
Frauen von 50 bis 69 haben in der Region Koblenz/nördliches
Rheinland-Pfalz Anspruch auf das Mammographie-Screening-Programm
Im
Juni startet in der Region Mittelrhein das neue Programm zur Früherkennung
von Brustkrebs für Frauen von 50 bis 69 Jahre. Mit der Eröffnung
von zwei speziell dafür eingerichteten Mammographie-Zentren,
angeschlossen an die Radiologischen Institute Hohenzollernstraße
und Dr. von Essen (Koblenz), können nach intensiver Vorarbeit
nun die ersten Frauen ihre Früherkennungs-Untersuchung in Anspruch
nehmen. Ziel des sog. Mammographie-Screenings ist es, Brustkrebs
möglichst früh zu erkennen und damit gut behandeln und
heilen zu können, wie bei einer Auftakt-Pressekonferenz in
Koblenz deutlich wurde. Denn noch immer zählt Brustkrebs zu
den häufigsten Krebserkrankungen bei Frauen. Jede 10. Frau
ist im Laufe ihres Lebens davon betroffen. Anknüpfend an die
Brust-life-Aktionen wird die Einführung des Mammographie-Screenings
vom Landfrauenverband Rheinland-Nassau mit einer breit angelegen
Informationsarbeit unterstützt.
Kostenlose
Untersuchung findet alle zwei Jahre statt
"Die
Mammographie ist ein weiterer, wichtiger Baustein der persönlichen
Vorsorge. Daher sollte jede Frau ihren gesetzlichen Anspruch auf
eine kostenlose Untersuchung im Abstand von zwei Jahren nutzen",
betonte der Vorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung Rheinland-Pfalz,
Dr. Carl-Heinz Müller. Es sei erfreulich, dass nach der Einführung
des Früherkennungsprogramms in Rheinhessen nun auch die Region
Mittelrhein an den Start gehe. Voraussichtlich bis Frühjahr
2008 werde in ganz Rheinland-Pfalz die flächendeckende Einführung
vollzogen sein.
Die
Screening-Einheit Mittelrhein umfasst die Stadt Koblenz, die Kreise
Mayen-Koblenz, Neuwied, Ahrweiler, Altenkirchen sowie den Rheinlahn-Kreis
und den Westerwaldkreis. Alle ca. 140.000 anspruchsberechtigten
Frauen aus diesem Gebiet werden im Laufe der nächsten zwei
Jahre eine persönliche Einladung zur Mammographie-Untersuchung
bekommen. Diese finden an den zwei Screening-Standorten in Koblenz
statt, ein drittes Zentrum soll in den nächsten Monaten in
Betzdorf dazukommen, wie die für das Screening-Programm verantwortlichen
Radiologen Dr. med. Jochen Schenk und Dr. med. Toni Vomweg ausführten.
Für
Programm gelten die höchsten Qualitätsleitlinien
An
das Mammographie-Screening-Programm werden die derzeit höchsten
Qualitätsleitlinien gestellt: So müssen alle Ärzte
und MitarbeiterInnen besondere Qualifikationen nachweisen, für
die Mammographie-Geräte und die Durchführung der Untersuchung
gelten besondere Anforderungen; außerdem wird jede gemachte
Mammographie von mindestens zwei Ärzten befundet. "Mit
der Mammographie können wir Brustkrebs nicht verhindern, aber
durch die regelmäßigen Untersuchungen kann ein Tumor
festgestellt werden, bevor er zu tasten oder auf dem Ultraschall
sichtbar ist", unterstrichen Dr. Schenk und Dr. Vomweg. Das
bedeute für die Frauen eine schonendere Behandlung und gute
Heilungschancen.
Enge
Vernetzung mit Brustzentrum Mittelrhein
Die
enge Vernetzung mit dem Brustzentrum Mittelrhein gewährleistet
im Falle einer Brustkrebserkrankung eine optimale medizinische Versorgung.
"Bei einer frühen Diagnose können wenig belastende
Operationsverfahren eingesetzt werden", erläuterten Prof.
Dr. Richard Berger und Dr. Jan Dünnebacke als Vertreter des
Brustzentrums. Großen Wert lege man bei der Behandlung auch
auf die Einbindung des Gynäkologen oder Hausarztes der Frau.
Eine psychosoziale Betreuung der Betroffenen wird über die
Krebsgesellschaft Rheinland-Pfalz sichergestellt. "Hier können
Ängste in einer geschützten Atmosphäre besprochen
und stützende und entlastende Angebote abgerufen werden",
so Geschäftsführer Wolfgang Neumann. Die Krebsgesellschaft
begrüßt die Einführung des Mammographie-Screenings
als einen wichtigen Beitrag zur Früherkennung des Mamma-Karzinoms.
Landfrauenverband
unterstützt Mammographie-Screening
Unterstützt
wird die Einführung des Mammographie-Screenings in der Region
auch vom Landfrauenverband Rheinland-Nassau. "Als Landfrauenverband
wollen wir dazu beitragen, die Frauen nach den Brust-Life-Aktionen
weiterhin für das Thema Brustgesundheit zu sensibilisieren.
Wir wollen unsere Strukturen nutzen, um über das Brustkrebs-Früherkennungsprogramm
zu informieren", erklärte Geschäftsführerin
Gertrud Endres.
Bereits
im Vorfeld der Einführung hat in Kooperation mit den verantwortlichen
Ärzten des Mammographie-Screening-Programms eine Informationsveranstaltung
für die rechtsrheinischen Kreisverbände auf der Festung
Ehrenbreitstein stattgefunden. Weitere Veranstaltungen sind geplant.
Kreisverbände, die das Angebot einer Informationsveranstaltung
nutzen möchten, können sich mit der Geschäftsstelle
in Koblenz, Frau Gertrud Endres, in Verbindung setzen: Telefon 0261
/ 0261 9885 - 1111; Mail: endres@bwv-net.de
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