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Führungskräfte der rheinland-pfälzischen Landfrauenverbände zu Gast bei der Europaabgeordneten Christa Klaß


 

Auf Einladung von Christa Klaß MdEP, Vorsitzende des Landfrauenverbandes Rheinland-Nassau, informierten sich 47 LandFrauen der rheinland-pfälzischen Kreis- und Landesvorstände über aktuelle politische Fragen im Europäischen Parlament in Straßburg.

"Die Macht der Politiker ist ihre Stimme. Nur wer sich selbst zu Wort meldet, kann seine Anliegen auch wirkungsvoll vertreten!" weiß Christa Klaß aus ihrer langjährigen Abgeordnetentätigkeit im Europäischen Parlament. Die Tagesordnung des Parlaments erstreckt sich auf die Zeit von 9 bis 24 Uhr. Das bedeutet, dass Abgeordnete teilweise erst nachts ihre Redezeit erhalten und die Positionen zu verschiedenen Themen vertreten können. So hat Christa Klaß am Tag des Besuchs der LandFrauen spät abends über die "Erfahrungen mit der Anwendung der Verordnungen des Europäischen Parlaments und des Rates über Lebensmittelhygiene" für ihre Fraktion eine Stellungnahme abgegeben. In der Sitzungswoche in Straßburg stehen zahlreiche Abstimmungen auf der Tagesordnung, bei denen die Abgeordneten anwesend sein müssen. Zeitgleich zu anderen Themen tagen verschiedene Ausschüsse, so dass die Ränge der Abgeordneten dann gelichtet sind. Die LandFrauen hatten Gelegenheit zur Diskussion mit Christa Klaß, Ausschuss für Umweltfragen, Volksgesundheit und Lebensmittelsicherheit, mit Albert Dess, Obmann im Ausschuss für Landwirtschaft und Ländliche Entwicklung, sowie mit Monika Hohlmeier vom Haushaltsausschuss.
"Die Gegensätze im Agrarbereich in Deutschland sind genauso so groß wie die Gegensätze innerhalb der EU", so Albert Dess. Sein Ziel ist es, zunächst die Mittel zur Finanzierung der Agrarpolitik nach 2013 zu sichern und erst danach die Verteilung der Gelder innerhalb der EU zu regeln, um Blockadehaltungen einzelner Länder vorzubeugen. Von den Geldern sollen die Ernährung der Bevölkerung, der ländliche Raum und eine flächendeckende Landwirtschaft innerhalb der EU sicher gestellt werden. "Die Verbände müssen gute Vorschläge zur Verwendung der 2.Säule einbringen, damit das Geld der produzierenden Landwirtschaft erhalten bleibt und nicht für allgemeine kommunalpolitische Vorhaben eingesetzt wird", fordert Albert Dess. Da die 2. Säule kofinanziert werden muss, steht relativ viel Geld zur Verfügung. Die neuen Mitgliedsländer fordern gleich hohe Ausgleichszahlungen, so dass die Flächenprämien ab 2014 für alle sinken werden. Albert Dess zeigt sich optimistisch, dass der Agrarbereich bessere Aussichten auf Wachstum hat als manch anderer Wirtschaftsbereich. Vor allem der asiatische Raum hat Nachholbedarf an Lebensmitteln. Zudem wird 40 % des Weltgetreides mit Hilfe von Tiefenbewässerung angebaut. Dabei bekommen die Länder zunehmend Schwierigkeiten durch versalzende Böden. "Mitteleuropa hat den besten Standort der Welt", lautet sein Fazit. Die Milchmarktpolitik führte zu angeregten Diskussionen. "Die EU kann den Milchpreis nicht oberhalb der Produktionskosten stützen, weil dadurch eine Überproduktion in Gang gesetzt würde. Alles, was nicht frisch vermarktet werden muss, kann zudem vom Weltmarkt importiert werden", warnte Alfred Dess vor Hoffnungen auf eine Preisregulierung. Monika Hohlmeier berichtete von ihrer Arbeit im Haushaltsausschuss. Ein Schwerpunkt ist derzeit die Diskussion über den Lissabon-Vertrag. Künftig muss der mehrjährige Finanzrahmen vom Rat einstimmig nach Zustimmung des Europäischen Parlaments mit absoluter Mehrheit beschlossen werden. Die neue Aufgabenverteilung zwischen Parlament und Kommission muss sich einspielen. "Das Parlament hat jetzt das Mitsprache- und Initiativrecht. Der Haushaltsausschuss muss den Fachausschüssen über das Haushaltsrecht Rückhalt geben, damit diese sich durchsetzen können", so Monika Hohlmeier. Von der Tribüne aus erlebten die Landfrauen die Fragestunde der Abgeordneten an den Kommissionspräsidenten José Manuel Barroso mit. Die Fragen reichten von den geplanten Befugnissen für eine Klimakommissarin bis hin zu Anfragen bezüglich einer Stützung der Autoindustrie.
Ein gemeinsames Frühstück in einem Pfälzer Weingut, das gemeinsame Mittagessen und ein Bummel über den Straßburger Weihnachtsmarkt rundeten das Tagesprogramm ab. Die Landfrauen nutzten diese Zeiten, um sich untereinander näher kennen zu lernen. "Wir bedanken uns bei Christa Klaß MdEP herzlich für die Einladung nach Straßburg. Die gemeinsame Fahrt stärkt das Zusammengehörigkeitsgefühl der Landfrauen aller Verbände", betonte Ilse Wambsganß, Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft der Landfrauenverbände und des Landfrauenverbandes Pfalz.




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