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Landfrauenverband Motor im ländlichen Raum
Delegierte des Landfrauenverbandes Rheinland-Nassau tagten


Geschäftsführerin Gertrud Endres l. und die Vorsitzende des Landfrauenverbandes Rheinland -Nassau, Christa Klaß MdEP r. verabschieden Maria Willems, langjährige Vorsitzende des LFV Saarburg

80 Delegierte des Landfrauenverbandes Rheinland-Nassau trafen sich zur jährlichen Delegiertentagung in Koblenz. In ihrer Begrüßung lobte die Vorsitzende Christa Klaß MdEP die ehrenamtlichen Aktivitäten der Kreis- und Ortsverbände. Es sei beeindruckend was die Landfrauen vor Ort auf die Beine stellten, so die Vorsitzende. In vielen Gemeinde seien die Landfrauen nach wie vor der Motor für die Projekte und Initiativen.
Mit 20.800 Mitgliedern ist der Landfrauenverband Rheinland-Nassau der größte Landesverband in der Arbeitsgemeinschaft der Landfrauenverbände in Rheinland-Pfalz. Auch wir haben mit der demografischen Entwicklung zu kämpfen und einen leichten Mitgliederrückgang zu verkraften. Diese Entwicklung müssen wir im Auge behalten, so Christa Klaß. Mit Motivationsseminaren für die Führungskräfte der Kreisverbände versuchen wir dieser Entwicklung entgegenzusteuern.
Ein großer Vorteil des Landfrauenverbandes sei die persönliche Vernetzung. Leider hapert es im ländlichen Raum an der elektronischen Vernetzung. Der Landfrauenverband fordert bereits seit Jahren eine Datenautobahn im ländlichen Raum. Derzeit läuft eine Unterschriftensammlung des Deutschen Landfrauenverbandes, der diese Forderung an die Bundespolitik damit unterlegt.

v.l.n.r. Vorsitzende Christa Klaß MdEP, verabschiedet Gisela Kehl, Geschäftsführerin des Landfrauenverbandes Meisenheim gemeinsam mit der Vorsitzenden des LFV Meisenheim Hildegard Krauß und Gertrud Endres.


Ernährung und Hauswirtschaft immer aktuell

Das Thema Ernährung und Hauswirtschaft ist für den Landfrauenverband immer wieder aktuell. Mit Kursleiterinnen für Nahrungszubereitung und Kinderernährung, Botschafterinnen für Agraprodukte und Landfrauen als hauswirtschaftliche Fachkräfte in Ganztagsschulen bieten die Verbände ein breites Spektrum der Ernährungsbildung vor Ort an. Auch auf der politischen Ebene besteht ein großes Interesse an den Themen Ernährung, Lebensmittelsicherheit, Verbraucherinformation und Verbraucherschutz. Die Landfrauen sind mit ihren Angeboten auf dem richtigen Weg.
Derzeit werde im Europäischen Parlament die Lebensmitteletikettierung mit offenem Ausgang diskutiert. Bisher hätte die unnötige Ampelkennzeichnung im Ausschuss verhindert werden können, berichtete Christa Klaß MdEP.

Für sie stehe immer noch die Eigenverantwortung, Bildung und Erziehung an vorderster Stelle. Hier liege der Schlüssel so die Vorsitzende. Den Menschen müssten die Zusammenhänge erklärt werden. Es gäbe keine guten oder schlechten Lebensmittel, sondern nur falsche Auswahl und falsche Zubereitung von Nahrungsmitteln. "Gesunde Ernährung" müsse fest im Lehrplan verankert werden. Die Kultusministerin von RLP ,Doris Ahnen, wehre sich jedoch hartnäckig dagegen.

Blick über den Tellerrand - Essen mit Vernunft
Ute Pötsch, vom Dienstleistungszentrum ländlicher Raum Westerwald- Osteifel referierte zum Thema nachhaltige Ernährung. Unter dem Titel Essen mit Vernunft sprach sie die Grundsätze der Ernährung im Hinblick auf die Entwicklung des Klimas an. Die Verbraucher würden diesen Punkt bei der Nahrungsauswahl nur wenig beachten. Ein Grund dafür sei, dass Lebensmittel aus aller Welt zu jeder Jahreszeit überall preiswert verfügbar seien. Damit sei keine Wertschätzung von Lebensmitteln vorhanden. Erst mit der Diskussion um die globale Erwärmung des Klimas sei auch der Ausstoß von Treibhausgas im Hinblick auf die Erzeugung und den Transport von Lebensmitteln ein Thema geworden, so die Referentin.

Nachhaltige Ernährung müsse unter folgenden Kriterien betrachtet werden: Umweltverträglichkeit
Wirtschaftlichkeit
Sozialverträglichkeit
Gesundheit

Besonders bedenklich ist der hohe Verarbeitungsgrad der Lebensmittel. 80-90% der Lebensmittel kommen verarbeitet in den Handel. Mehr als 50 % der Energie die für Erzeugung, Verarbeitung und Transport von Lebensmitteln benötigt wird ist für die Verarbeitung erforderlich. In verarbeiteten Lebensmitteln finden sich viele Zusatzstoffe, z. B. Geschmacksverstärker. Diese suggerieren dem Verbraucher, dass Lebensmittel immer gleich schmecken. Andere Stoffe sorgen dafür dass die Lebensmittel immer gleich aussehen. Somit geht dem Verbraucher der Geschmackssinn verloren. "Es liegt an Ihnen umweltbewusst einzukaufen, Sie machen Politik mit dem Einkaufskorb," appellierte Ute Pötsch an die Teilnehmerinnen. Saisonales Essen mit frischen Lebensmitteln der Region sei immer noch die gesündeste und umweltfreundlichste Art der Ernährung. Wichtig sei auch sich auf ein gesundes Essen zu Hause zu freuen, die sei der "fast-food" Generation leider abhanden gekommen. Auch in diesem Punkt sei Ernährungsbildung dringen gefordert.

Situation der Landwirtschaft
In seinem Grußwort beleuchtete der Präsident des Bauern- und Winzerverbandes ÖR Leo Blum die Situation der Landwirtschaft. In Anbetracht des angespannten Bundeshaushaltes sah er nur wenig Spielraum zur Verbesserung der Förderung der Landwirtschaft durch die Bundesregierung. Der Bundeshauhalt umfasst 280 Milliarden. Davon gehen derzeit 140 Milliarden, also die Hälfte, in soziale Sicherungssysteme. Die Tendenz ist steigend. Trotzdem forderte der Präsident für die Landwirte, die dem Verbraucher gesunde und preiswerte Nahrung zur Verfügung stellten, müsse sich die Leistung lohnen. Hier sei die Politik nach wie vor gefordert. Positiver äußerte sich Leo Blum im Hinblick auf die Entwicklung des Milchpreises. Die Märkte zeigten steigende Tendenz, deshalb sei aus einer Sicht ein Anstieg des Milchpreises möglich.
In der anschließenden Diskussion war das Erosionskataster und die Umsetzung in Rheinland-Pfalz Hauptthema.


Verabschiedung langjähriger Ehrenamtlicher

Der Landfrauenverband lebt von dem ehrenamtlichen Engagement seiner Mitglieder. Die Kreisvorsitzenden und die Kreisgeschäftsführerinnen sind dabei die Vordenker vor Ort und damit besonders gefordert. Ohne ihren Einsatz wäre das breite Bildungsangebot und die vielen Veranstaltungen in der Fläche nicht zu schultern. Mit einem lachenden und einem weinenden Auge verabschiedete Christa Klaß die Vorsitzende des Landfrauenverbandes Saarburg, Maria Willems. 20 Jahre war Maria Willems als Kreisvorsitzende aktiv. Neben der Bildungsarbeit hat sie sich für den Berufsstand und die Region in vielen Projekten und Aktionen eingesetzt.


Die Geschäftsführerin des Landfrauenverbandes Meisenheim, Gisela Kehl, wurde nach 16 jähriger Amtszeit verabschiedet. Umsichtig hat sie die Geschäfte des LFV Meisenheim in engem Kontakt mit den Ortverbänden geführt. Die gute Zusammenarbeit mit dem Kreisverband Kreuznach war ihr wichtig.
"Wir sind stolz auf diese engagierten Frauen in unseren Reihen und bedanken uns herzlich für ihren langjährigen Einsatz an führender Stelle," äußerte sich die Vorsitzende Christa Klaß MdEP.


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